Zur Zeit leben über sieben Mio. Ausländer in Deutschland, die große Mehrheit in großen Städten und Ballungsräumen. In Ulm sind es 19.806 Ausländer aus 127 Nationen (Einwohner gesamt: 114.878, Stand 30.09.02, Fortschreibung der Stadt Ulm). Die größten Bevölkerungsgruppen sind aus der Türkei (5.956), Rest-Jugoslawien (2.067), Italien (2.204), Bosnien (1.550), Kroatien (1.135), Griechenland (603), Portugal (306), Polen (306) und Spanien (253).
Im Leben eines jeden Menschen gibt es Momente, die unsere persönliche Entwicklung nachhaltig prägen. Ein solcher Meilenstein ist die Schulzeit – eine Phase, in der wichtige Entscheidungen getroffen und die Weichen für die Zukunft gestellt werden. Auch wenn der Alltag später von beruflichen Verpflichtungen und gesellschaftlichen Anforderungen dominiert wird, bleibt die Verbindung zur alten Schule oft lebendig. Manchmal bedarf es jedoch eines kleinen Anstoßes, um sich daran zu erinnern.
Für mich war dieser Anstoß nur einen Mausklick entfernt. Ende 2002 besuchte ich die Homepage des Hans und Sophie-Scholl-Gymnasiums, um mich als Ehemaliger zu registrieren. Dabei stieß ich auf den Förderverein der Schule, dessen Engagement mein Interesse weckte. Schon kurze Zeit später reichte ich meinen Mitgliedsantrag ein. Mit der Idee, ein Ehemaligenfest ins Leben zu rufen – ein solches hatte es bis dahin noch nicht gegeben –, stellte ich mich der Mitgliederversammlung im April 2003 vor. Die Idee fand großen Anklang und führte dazu, dass ich zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt wurde – eine Aufgabe, die ich mit Freude übernahm.
Doch die Umsetzung des Festes stellte uns vor eine große Herausforderung. Während es Kontakte zur Elternschaft gab, fehlte ein Netzwerk der Ehemaligen. Die neu gegründete Arbeitsgruppe „Organisation“ nahm sich dieser Aufgabe mit großem Engagement an und begann mit einer umfangreichen Recherchearbeit. Nach vielen Stunden intensiver Arbeit gelang es uns, einen Verteiler aufzubauen und die Planungen für ein denkwürdiges Ereignis abzuschließen. Am 2. April 2004, dem Tag der feierlichen Eröffnung der vom Verein geförderten Schulbibliothek, konnten wir schließlich unser erstes Ehemaligenfest feiern.
Der Erfolg war überwältigend und machte alle Mühen mehr als wett: Zahlreiche ehemalige Schülerinnen und Schüler fanden den Weg zurück an ihre alte Schule. Viele von ihnen engagieren sich mittlerweile selbst aktiv im Förderverein – ein Ergebnis, das uns mit Stolz erfüllt.
Aus diesem Grund haben wir beschlossen, künftig alle zwei Jahre ein solches Fest zu veranstalten. Mein besonderer Dank gilt dabei der Schulleitung, den Lehrkräften, den Eltern und natürlich den Ehemaligen, die dieses Vorhaben unterstützt haben – und hoffentlich auch weiterhin unterstützen werden.
Europa nicht in den Köpfen angekommen
polisUnd war der Listenplatz noch so aussichtsreich: Kein Ausländer hat es in den Ulmer Gemeinderat geschafft. Die Enttäuschung unter den Kandidaten ist groß.
Als einziger hat er den Wiedereinstieg in den Gemeinderat verpasst: Georgios Giannopoulos – dem Pass nach Grieche, aber in Ulm zu Hause – hatte zwar auf dem vermeintlich sicheren Platz sieben der SPD-Liste kandidiert: Doch 10 944 Stimmen für ihn reichten nicht. Hartmut Pflüger und Lisa Schanz, obwohl auf hinteren Plätzen, zogen mit hauchdünner Stimmenmehrheit an ihm vorbei. Und weil die SPD nur noch neun Sitze hat, bleibt der 36-jährige außen vor.
Das kommunale Wahlrecht für EU-Bürger
polisEin weiterer Schritt zur politischen Partizipation und der daraus resultierenden Mitgestaltung wurde 1994 erreicht, als die EU-Richtlinie verabschiedet wurde, die das aktive und passive Kommunalwahlrecht der Unionsbürger im jeweiligen Wohnsitzstaat zusichert. Zum ersten Mal konnte dieses Wahlrecht von den EU-Bürgern in Baden-Württemberg bei der Kommunalwahl am 24. Oktober 1999 ausgeübt werden und zum zweiten Mal am 13. Juni 2004.
Die „Marke Ulm” – Bündnis für Lebensqualität
polisIst er nun ein schwäbischer Grieche oder ein griechischer Schwabe? Eigentlich müßig, denn eines ist Georgios Giannopoulos auf jeden Fall: Ulmer!
Und als ein solcher möchte er die Qualitäten seiner Stadt deutlicher nach außen hin sichtbar machen und damit den Handels- und Wirtschaftsstandort stärken, denn der Informatiker weiß: „Ulm hat viel zu bieten.”