Joo Kraus und Band begeistern im Theatro

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Auf Einladung der SPD spielte gestern der Jazztrompeter Joo Kraus mit seinem neuen Trio im Club Theatro in Ulm. Die Zuhörer waren begeistert.

Im sehr gut gefüllten Club „Theatro“ in Ulm gastierte gestern Abend der Trompeter Joo Kraus mit seinem „Tales in Tones Trio“, das sich aus herausragenden Musiker der Stuttgarter Szene zusammensetzt. Die vier Topmusiker verjazzten Klassiker der Popmusik und trafen damit voll den Geschmack der mehreren hundert Zuhörer in der außergewöhnlichen Konzertlocation, die normalerweise als Disco genutzt wird.

Die Band spiellte mit Einflüssen aus Trance-Jazz, Hip-Beat und sophisticated Soul vermischt, Songs von Paul Simon, Peter Gabriel, Simply Red, Glen Miller oder auch von Ten CC. Joo Kraus (Trompete, Flügelhorn, Stimme), Ralf Schmid (Klavier), Veit Hübner (Kontrabass) und Torsten Krill (Schlagzeug) bekamen großen Beifall für das Programm, das erstmals gespielt wurde. Man wird sicher künftig mehr von Joo Kraus und dem „Tales in Tones Trio“ hören. Der Abend war auch für die Ulmer SPD ein großer Erfolg, die einmal auf andere Art und Weise – wippend und groovend – in den Kommunalwahlkampf startete.

kultur in ulm

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Die interkulturelle Vielfalt und das kulturelle Erbe sind wesentliche Elemente der Persönlichkeit und der Anziehungskraft Ulms. Neben der Förderung von städtischen und freien Kulturträgern gilt es Schwerpunkte in der Breitenarbeit und in der Kulturvermittlung, als auch der kulturellen Bildung mit Augenmerk auf Kinder und Jugendliche zu setzen. Ein Meilenstein dazu ist das von uns mitinitiierte Kinder- und Jugendtheater. Darin ist auch ein Schlüssel zur Bewältigung sozialer Spannungen und ihrer Folgen zu sehen.

Keine andere Institution ist mehr mit dem gesellschaftlichen Leben verknüpft, als das Theater – mal Impulsgeber, mal Stein des Anstoßes. So wird das Ulmer Theater von Grund auf saniert. Die Finanzierung des Drei-Sparten-Hauses und die Wilhemsburg als Spielort sind von hohem und unverzichtbarem Wert. Dabei dürfen die etlichen kleinen Bühnen und Spielstätten, die zur kulturellen Vielfalt der Stadt beitragen, nicht vergessen werden.

Was mit dem ersten Donauprojekt als Fest begann, hat die Grenzen eines reinen Kulturaustausches längst überwunden. Wie wichtig und richtig die Impulse waren, die von Ulm aus bis ins Donaudelta gingen, zeigt die Entwicklung der kulturellen und wirtschaftlichen Bemühungen entlang des Stroms. Mittlerweile sind vielfältige Projekte umgesetzt worden – vom kulturellen über den wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Bereich bis hin zur politischen Ebene.

Eine Stadt, die so reich ist an Geschichte und Geschichten, tut gut daran, ihre Museen zu pflegen. Das Zusammentragen von geschichtlichem Material dient längst nicht allein der Wahrung des kulturellen und historischen Erbes. So ist das Haus der Stadtgeschichte die Quelle für die Erforschung dieser.

Wie keine andere Einrichtung hat die Hochschule für Gestaltung einst Designgeschichte geschrieben. Diesen Weltruf spiegelt das HfG-Archiv wider. Dieser vom Kuhberg in die Welt getragene Geist ist zugleich Verpflichtung für die Zukunft. Die Bündelung von Kreativität und Wissenschaft braucht Raum, wie ihn die Wissenschaftsstadt oder das ehemalige HfG-Gebäude bieten könnte, und ein „Einstein-Kompetenzzentrum“ den geeigneten inhaltlichen Rahmen. Ausgestattet mit Stiftungsprofessuren für Design und Technologie würde ein solches Zentrum neue Möglichkeiten eröffnen und Ulms Spitzenrang ausbauen.

Ein gemeinsames Auftreten aller Beteiligten, die Umsetzung innovativer Ideen und weitere Finanzmittel werden unser strategisches Ziel und Selbstverständnis „Ulm – Kulturstadt an der Donau“ sichtbar machen. Der europäische Fluss als Verortung steht für ein weltoffenes und interkulturelles Ulm, das sich als „Marke Ulm“ im Wettbewerb der Regionen wirtschaftlich und kulturell profilieren und positionieren kann.

Kulturmacher Schlafmuetzen Burgfraeulein

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Aufwachen! Es blendet so! Alleinstellungsmerkmale mit Strahlkraft, Leuchtturmveranstaltungen, Schwerpunktthemen . . . Ja, es soll nicht verschwiegen werden, gestern ging es im Kulturausschuss nicht nur um personelle Petitessen wie Museums- und Theaterleitung, sondern um gaaanz Glaaanzvolles, nämlich um „Ulm, Kulturstadt an der Donau“.

Ein Slogan, der einen hohen Anspruch bedeutet, wie Kulturbürgermeisterin Sabine Mayer-Dölle weiß. Gerade in der Krise. „Das Basisangebot in der Breite auf qualitativ gutem Niveau nachhaltig sicherzustellen“, so lautet die erste Aufgabe der Kulturpolitik. Im Ernst: Genau das ist vernünftig angesichts leerer Kassen. Aber man will eben doch Visionen haben. Leuchttürme und so.

Auf zehn Seiten breitet die Verwaltung das aus. „Gut zu sehen, dass das Thema nicht eingeschlafen ist“, meinte zwar Dr. Dieter Lang (Grüne) – aber sonderlich wach sah die Runde nicht drein. Manchmal fühlte man sich an die unselige Debatte um die „Integrierte Kulturkonzeption für die Stadt Ulm“ erinnert. Eine externe Gutachterin war dafür anno 2005 im Ausschuss ziemlich grob abgebürstet worden. Nun konzipiert man in der Stadt eher unter sich, aber die Kulturbürgermeisterin ließ gestern vorsichtshalber ihre Vize Iris Mann vortragen – man weiß ja nie, ob Unbill droht.

Ärger nahte in Gestalt Dr. Thomas Kienles (CDU): „So kommen wir nicht weiter!“ Er habe genug vom jahrelangen „Ideenspektakel“ und lehne es ab, weiter zu träumen. Und an die Adresse Mayer-Dölles: „Verschonen Sie uns in Zukunft mit solchen Papieren und kommen Sie mit konkreten Vorschlägen.“

Ralf Milde (FWG/FDP) hingegen zeigte sich im Namen seiner Fraktion „ausgesprochen zufrieden mit Dynamik und Ideenreichtum“ des

Kulturstadt-Prozesses. Dann sprach er böse über Burgherren, die auf zu vielen Hügeln säßen, zum Beispiel Peter Langer. Mayer-Dölle mahnte, da nicht die Burgfräulein zu vergessen, was irgendwie lustig war. Georgios Giannopoulos (SPD) forderte noch, in Krisenzeiten das Träumen nicht zu verlernen.

Dazu freilich muss man erst wieder einschlafen. Also gute Nacht, Kulturstadt.

Geistig mobilisieren – das Kulturforum

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Kulturpolitik ohne Gesprächskultur – undenkbar. Nun gibt es auf Anregung von OB Gönner ein weiteres Gremium: das Kulturforum. Darin sitzen viele der üblichen Verdächtigen und ein paar externe Berater.

Der Fachbereichsausschuss Kultur, der Arbeitskreis Kultur, die Treffen der städtischen Kultur-Abteilungsleiter, dazu die diversen Runden von Kulturschaffenden – es ist nicht so, dass es in Ulm zu wenige Gremien in Sachen Kultur gibt. „Ooooh, es gibt so viele“, meint dazu auch Oberbürgermeister Ivo Gönner. Doch gibt es nun ein Gremium mehr, und Gönner hat es selbst angeregt: das Kulturforum.

Der OB spricht von „einem Versuch, etwas geistig zu mobilisieren“ – das schadet ja selten. Man soll sich abarbeiten an der Zielsetzung, die unter dem Slogan „Ulm, Kulturstadt an der Donau“ seit geraumer Zeit im Raum steht.

Es gehe nicht darum, „Wolken zu schieben oder Dinge schönzureden“, erklärt Gönner, sondern darum, „Potenziale zu finden“. Also: Welche Themen (etwa Architektur, Theater, HfG, „Donauprozess“) haben genügend Potenzial, um Ulm überregional als Kulturstadt zu profilieren?

Am Mittwoch war jetzt die erste Sitzung, unter Gönners Federführung. Und was ist Kulturbürgermeisterin Sabine Mayer-Dölles Rolle – wird Kultur Chefsache? „Überhaupt nicht“, betont Gönner. Beim Kulturforum handle es sich um ein zeitlich befristetes Beratergremium, das zwei-, maximal dreimal jährlich Ideen sammelt und diskutiert. Schon gar nicht sei es ein Organ zum Verteilen von Geld.

Doch wer sitzt in dem Forum? Neben Gönner, Mayer-Dölle und Kulturhauptamtsleiterin Iris Mann sind es Vertreter der Fraktionen (Georghios Giannopoulos SPD, Dr. Thomas Kienle CDU, Ralf Milde FWD, Ute Lambrcht GRÜNE), Mitglieder des Arbeitskreises Kultur (Dagmar Engels von der vh, Thomas Rothacker vom Roxy), Peter Langer (Donaubüro); mit dabei sind auch die Hochschulen in Gestalt der Professoren Lothar Kinzl (Universität) und Ewo Dieterich (Hochschule Ulm), ebenso der Unternehmer und Kunstsammler Friedrich Rentschler. Weiterer externer Sachverstand wird beigesteuert von Prof. Werner Heinrichs (Rektor der Musikhochschule Stuttgart) und Ulrich Fuchs, Projektleiter der Kulturhauptstadt Linz 2009. Ein Schalk, wer da an die eventuelle Bewerbung Ulms als Europäische Kulturhauptstadt 2020 denkt?

„Es sind bewusst Leute im Forum, die mit einem anderen Blick draufschauen“, sagt Iris Mann. Freilich ließen sich Heinrichs und Fuchs zur ersten Sitzung gleich mal entschuldigen.

Profilbildung, Schwerpunktthemen, Leuchtturmveranstaltungen, Stärkenforcierung – solche Worte finden sich in den Konzeptpapieren der Verwaltung zuhauf. Was soll das Forum denn konkret leisten? Ganz konkret eben erstmal nichts. „Es ist reizvoll, mal ein bisschen rumzuspinnen“, sagt Iris Mann. Erst in späteren Etappen werden die „Potenziale überprüft“, sagt Gönner und kündigt an: „Dann legen wir strenge Maßstäbe an.“

Vorerst finden sich im Diskussionspapier fürs Kulturforum Ideen wie ein spartenübergreifendes Themenfestival, eine Kompakt-Akademie „Kulturmanagement für ,young professionals aus Südosteuropa“, ein „Einsteinzentrum für Naturwissenschaft, Technik und Kreativität“, Musiknächte in der Friedrichsau und Ausstellungsprojekte zur Eiszeitkunst. Auch soll der A-cappella-Award alle zwei Jahre in Ulm vergeben werden. Fürwahr ein buntes Sammelsurium von Ideen.

Doch angesichts der vielen anstehenden Jubiläen (200 Jahre Berblingers Flugversuch, 300 Jahre Schwabenzüge auf der Donau) stellt sich die Frage, ob der Fokus nicht doch eher auf der Rückschau liegt. Iris Mann winkt ab: „Es geht nicht darum, Wallfahrtstätten für Gewesenes zu errichten. Wir betrachten die Jubiläen als Aufhänger für Vorhaben, die nach vorn blicken.“

Das kommt bei allen Forumsteilnehmern gut an und unterm Strich waren die Teilnehmer begeistert, sagt Gönner, im Juli trifft sich das Forum wieder. Das freie, ungebundene Ideensammeln tut den Kulturmachern vielleicht auch mal gut. „Wir haben genug mit unserem Schwarzbrot zu kämpfen“, sagt Iris Mann, „die Butter ist noch weit weg.“

Wie geht es weiter mit dem Internationalen Ausschuss?

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Sollen Mitglieder des Internationalen Ausschusses Ulm künftig in allen Fachausschüssen vertreten sein, nicht nur im Schulbeirat? Und das Gremium braucht eine Geschäftsstelle! Das sieht zumindest ein Modell vor.

IA2008Eine Arbeitsgruppe hat sich darüber Gedanken gemacht, wie es mit dem Internationalen Ausschuss in Ulm weitergehen soll. Fest steht schon mal: Die Position dieses Ausschusses muss in Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit gestärkt werden. Weiterhin war klar, dass bei der derzeitigen Rechtslage eine vollständige Gleichstellung mit der Rechtsstellung von Stadträten nicht möglich ist. Aber es sollen wie bisher Ausländer und Gemeinderäte im Internationalen Ausschuss vertreten sein, sagte Christine Grunert, die Ulmer Ausländerbeauftragte.

Der Bericht der Gruppe wurde im betreffenden Ausschuss zwar vorgetragen. Jedoch stellte sich dabei heraus, dass die Abstimmung innerhalb der Gruppe über das Modell der künftigen Repräsentation von EU-Bürgern, Spätaussiedlern und Eingebürgerten ungültig war, weil noch gar nicht alle Gruppenmitglieder abgestimmt haben. Sie waren zu dem entscheidenden Zeitpunkt in einer parallel stattfindenden Sitzung beschäftigt. Das vorgetragene Ergebnis „mehrheitlich bei zwei Gegenstimmen für das Modell“ sei deshalb nicht korrekt, sagte Sozialbürgermeisterin Sabine Mayer-Dölle.

Die Abstimmung über die erarbeiteten Punkte soll in der nächsten Sitzung des Internationalen Ausschusses nachgeholt werden. Und: Im Januar wird erst einmal ein Gespräch zwischen Oberbürgermeister Ivo Gönner und dem bestehenden Internationalen Ausschuss stattfinden. Dann sollen alle Empfehlungen der Arbeitsgruppe Punkt für Punkt durchgesprochen werden:

Der Internationale Ausschuss soll stärker in die politische Arbeit einbezogen werden. Er soll jede Vorlage vor- beziehungsweise mitberaten können.

Er soll eine eigene Geschäftsstelle im Rathaus erhalten, in der alle öffentlichen Gemeinderatsdokumente zugänglich sind.

Er soll „angemessen finanziell“ ausgestattet werden in Anlehnung an die Finanzausstattung der Gemeinderatsfraktionen.

Mitglieder des Internationalen Ausschusses sollen zu Beginn der jeweiligen Amtsperiode eine Einführung in die Gemeinderatsarbeit erhalten.

Sie sollen Vertreter in alle gemeinderätlichen Gremien entsenden können. Bisher sitzen Ausländer nur im Schulbeirat und im Fachausschuss Bildung und Soziales. In beschließenden Gremien soll ihnen ein Rederecht zustehen, in beratenden sogar ein Stimmrecht.

In besagtem Ausschuss sollen EU-Bürger, Spätaussiedler und Eingebürgerte vertreten sein.

Der Ausschuss darf nach eigener Entscheidung Sachverständige in den Ausschuss berufen oder zur Anhörung einladen.

Christine Grunert gab jedoch zu bedenken, dass es kein Muster gibt, aus welchen Mitgliedern sich ein Internationaler Ausschuss am besten zusammensetzt. „Es gibt auch kein Gesetz, jede Kommune muss sich selbst ein Modell stricken.“ Die Ausländerbeauftragte berichtete von ähnlichen Ausschüssen in anderen Städten. In Esslingen und Heidelberg etwa gibt es Beiräte, die außerhalb des Gemeinderats tätig sind. In Stuttgart, Mannheim und Ulm wiederum richten sich die Internationalen Ausschüsse nach der Gemeindeordnung.

Das Stuttgarter Modell beispielsweise konzentriert sich allein auf die Funktion der Politikberatung durch Sachverständige. Wollen die Migranten politisch mitreden, werden sie auf die Möglichkeit der Einbürgerung und die Aktivitäten in Parteien und Gewerkschaften hingewiesen.

Wie überall habe sich auch in Stuttgart bereits eine gewisse Wahlmüdigkeit breit gemacht, berichtete die Ausländerbeauftragte. Die Ausländer hätten sich zurückgezogen aus der politischen Diskussion, da sie Selbstzweifel plagten. „Wir sind ja nur Berater und haben eh nichts zu sagen.“ Das sei von den Beteiligten oft zu hören, aber auch deutsche Bürger sähen das inzwischen so. Und es gebe tatsächlich immer noch Sprachprobleme.