140 Jahre Albert Einstein
kassandra polis„Die Stadt der Geburt hängt dem Leben als etwas ebenso Einzigartiges an wie die Herkunft von der leiblichen Mutter. Auch der Geburtsstadt verdanken wir einen Teil unseres Wesens. So gedenke ich Ulm in Dankbarkeit, da es edle künstlerische Tradition mit schlichter und gesunder Wesensart verbindet.“
Ulmer App für Nahverkehr und Parken
polisDie Ding-Card ist längst abgeschafft, die Kritik an dem System, das sie abgelöst hat, verebbt deshalb aber noch lange nicht: In der Diskussion um ein Kurzstreckenticket (wir berichteten) fordert die SPD jetzt die Einführung einer „Ulm Pay App“, mit der verschiedene öffentliche Dienstleistungen bezahlt werden können.
Zu früh habe man sich im Zuge der Abschaffung der Ding-Card auf den externen Anbieter Handy-Ticket fokussiert. „Hier vermissen wir eine ganzheitliche Sicht auf digitale Umsetzungen“, schreibt Georgios Giannopoulos im Namen der Fraktion an Oberbürgermeister Gunter Czisch. Er kritisiert außerdem, dass auch bei der Frage des Parkens derzeit eine externe Umsetzung favorisiert werde.
Die SPD beantragt deshalb, ein Konzept auszuarbeiten, wie eine „Ulm Pay App“ aussehen könnte, die alle Dienstleistungen wie öffentlicher Nahverkehr, Parken, die Ulm/Neu-Ulm Touristik, zukünftiges Bike- und Car-Sharing, Gastronomie in der Ratiopharm-Arena, Bäder, Bürgerdienste und EBU abdeckt.
Insbesondere beim Nahverkehr müsse dabei konzeptionell mitbedacht werden, wie die digitale Spaltung abgefedert werden kann, die sich in der Gesellschaft feststellen lässt. „Wir denken an eine enge Zusammenarbeit mit der SWU als Garant für Datenschutz und Datensicherheit“, heißt es im Antrag der SPD-Fraktion abschließend.
Vorstoß für den „Ulm-Becher“
polisVielleicht kommt der „Ulm-Becher“ schon zum Schwörmontag 2019. Zum Antrag der SPD-Fraktion, einen Mehrwegbecher für kalte Getränke am Ulmer Stadtfeiertag und an anderen Stadtfesten einzuführen, hat die Verwaltung jetzt geantwortet: Das Konzept wird geprüft. Für die SPD ist das ein erster wichtiger Schritt. „Der Anfang ist gemacht“, freut sich Georgios Giannapoulos in einer Mitteilung an die Presse. Er traue es den „beteiligten Partnern durchaus zu, die Initiative zum Erfolg zu bringen und auch die Ulmer Gastronomen für das Projekt zu begeistern“.
Anlass für den Vorstoß der Genossen war, dass bei den zahlreichen Festen in der Stadt „Unmengen an völlig unnötigem Abfall entstehen, die auf Kosten der Allgemeinheit entsorgt werden“ müssten. Es gebe zwar ein Pfand, doch die Becher würden nur einmal verwendet, weil das Spülen teurer sei als die Anschaffung. Auch brächten viele Besucher ihre Gefäße nicht zurück.
Der „Ulm-Becher“ ist als Mehrwegsystem geplant und soll hier Abhilfe schaffen. Bürgermeister Martin Bendel weist in seiner Antwort aber darauf hin: „Der Gastronom kann nicht verpflichtet werden, Mehrwegbehältnisse zu verwenden. Das Gaststättenrecht in Verbindung mit dem Immissionsschutzgesetz verbietet nämlich nicht das Entstehen vermeidbarer Abfälle, sondern verlangt nur deren ordnungsgemäße Beseitigung.“ Bendel kann sich aber vorstellen, dass die Einführung eines „Ulm-Bechers“ Gastronomen motivieren könne, bei Großveranstaltungen Mehrwegbehältnisse zu verwenden.
Im Frühjahr startete in Ulm eine Initiative zu einheitlichen Kaffee-Mehrwegbechern: Zwei Privatleute bemühen sich – mit Unterstützung des Ulmer City-Marketings und der Firma Recup – um Mitstreiter. Allerdings beteiligen sich bislang nur sieben Cafés, Bäckereien und Gastronomen daran. Die EBU will das Projekt unterstützen und ein eigenes Logo für die Becher entwickeln.
Quelle: SWP – Verena Schühly
Die weiteren Mitglieder der Weißen Rose
kassandra polisChristoph Probst, Alexander Schmorell, Willi Graf und Kurt Huber werden hingerichtet, die Ulmer Schüler Franz Müller sowie Suse und Hans Hirzel zu Haftstrafen verurteilt.
Christoph Probst (1919-1943, auf dem großen Foto rechts) lernt früh die Bedrohung durch den Nationalsozialismus kennen: Seine Stiefmutter ist Jüdin. 1939 beginnt er, Medizin zu studieren; über den Schulfreund Schmorell trifft er Scholl und Graf. Die drei versuchen, den Vater dreier kleiner Kinder von den gefährlichen Aktionen rauszuhalten. Scholl hat bei seiner Verhaftung allerdings einen Flugblattentwurf dabei, der auf Probst hinweist. Er wird wie die Scholls am 22. Februar 1943 hingerichtet.
Alexander Schmorell (1917-1943), Medizinstudent wie Scholl, lernt den Ulmer 1941 in der Studentenkompanie kennen. Die beiden sind Brüder im Geiste. Sie verfassen die ersten vier Flugblätter der Weißen Rose; gemeinsam mit Scholl und Willi Graf schrieb er Parolen wie „Nieder mit Hitler!“ an öffentliche Gebäude. Der Volksgerichtshof verurteilt Schmorell im zweiten Weiße Rose-Prozess gemeinsam mit Graf und Huber am 19. April 1943 zum Tode, am 13. Juli 1943 wird Schmorell hingerichtet.
Willi Graf (1918-1943) lernt Scholl und Schmorell bei der „Front-Famulatur“ in der Sowjetunion kennen. Nachdem er von deren Flugblattaktionen erfahren hat, schließt er sich, der seit seiner Jugend Gegner des Nationalsozialismus ist, dem Widerstand im Dezember 1942 an. Nach dem Todesurteil vom 19. April 1943 wird er sechs Monate lang von der Gestapo verhört, doch er verrät keine Namen. Am 12. Oktober 1943 wird Graf durch das Fallbeil hingerichtet. Er wird wie Schmorell 25 Jahre alt.
Kurt Huber (1893-1943) ist zwar seit 1940 NSDAP-Mitglied, unter dem Eindruck von Gräueltaten, die Studenten nach der Rückkehr aus Polen und Russland ihm berichten, schließt sich der Philosophie-Professor und Musikwissenschaftler Mitte 1942 der Weißen Rose an. Nach der Niederlage in Stalingrad formuliert Huber das letzte, das sechste Flugblatt. Er stirbt in Stadelheim am selben Tag wie Schmorell durch das Fallbeil. Huber wird 49 Jahre alt, er hinterlässt eine Frau und zwei Kinder.
Franz Müller, Susanne und Hans Hirzel sowie Heinrich Guter, allesamt Ulmer Abiturienten, unterstützen die Weiße Rose. Hans Hirzel (1924-2006), der mit Hans Scholl bekannt ist, erhält Anfang 1943 von Sophie Scholl 2500 Exemplare des fünften Flugblatts – doch wohin damit? In die Orgelempore der Martin-Luther-Kirche. Weil er regelmäßig auf der Walcker-Orgel übt, hat er einen Schlüssel. Dorthin zieht er sich mit seinem Schulfreund Franz Müller (1924-2015) zurück. Dieser beschafft Briefmarken und Umschlägen, dann sitzen sie in der Pfeifenkammer, beschriften Kuverts und stecken die Blätter in Umschläge. Suse Hirzel (1921-2012) wirft die Briefe nachts in öffentliche Briefkästen.Heinrich Guter (1925-2015) weiß von den Aktivitäten, ist aber nicht aktiv beteiligt. Weil er die Freunde nicht verpfiffen hat, wird er im April 1943 zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Suse Hirzel wird zu einem halben Jahr, ihr Bruder Hans und Franz Müller werden zu fünf Jahren Haft verurteilt.
Quelle: SWP – Rudi Kübler


