Wasserläufe in der Stadt erlebbarer machen

Wasserläufe in der Stadt erlebbarer machen

polis

Ulm hat Potenziale, die man noch nutzen kann – unsere Gewässer sind viel zu selten für die Menschen „nutzbar“:

Die heißen Temperaturen der letzten Wochen erinnern uns daran, dass wir und andere immer wieder in den letzten Jahren das Thema Wasserläufe in der Stadt angesprochen haben. Es ist ein verführerischer und naheliegender Gedanke an möglichst vielen Stellen des Stadtgebiets, insbesondere in der durch Hitze hoch belasteten Innenstadt, unsere Wasserläufe leichter zugänglich zu machen. Nicht zuletzt die Idee des Wettbewerbs „Fußgängerzone“ die Blau bei der steinernen Brücke zu öffnen, zeigt uns, dass wir viele Optionen in der Stadt haben. In erster Linie natürlich die Donau, dann die Blau, der Kobelgraben, Dichterviertel, Blauinsel und vieles mehr. Wir beantragen deshalb, dass die Bauverwaltung grundsätzlich überprüft, welche Maßnahmen überhaupt möglich sind. Die Kostenfrage also Investition und Folgekosten sind selbstverständlich auch wichtig. Allerdings sind solche sichtbaren Maßnahmen nach unserer Einschätzung auch in kleineren finanziell verkraftbaren Schritten möglich. Keinesfalls sollten wir damit warten bis eventuell im Zusammenhang mit der Landesgartenschau solche Orte entstehen.

Verschwörhaus – das einstige Ulmer Vorzeigeprojekt

polis

Die Stadt Ulm ist zurecht stolz auf ihre Errungenschaften und Projekte im Bereich der Digitalisierung. Umso mehr schmerzt es uns als Stadträt:innen, wenn ein eigentliches Aushängeschild für die Innovationskraft und die vorbildliche Zusammenarbeit mit ehrenamtlichem Engagement zu einer Angelegenheit wird, die deutschlandweit für Kopfschütteln sorgt. Wir Stadträt:innen sehen uns damit konfrontiert, dass die Kommunikation und der Umgang der Verwaltung mit dem Verschwörhaus nicht nur ein sehr gelungenes Projekt angreift, sondern auch die Verlässlichkeit der Stadt in sehr schlechtem Licht dastehen lässt und engagierte Bürger:innen demotiviert. Gleichzeitig sehen wir uns den Vorwürfen ausgesetzt, dies in allen Punkten genauso mitzutragen.

Dies ist nicht der Fall!

Besonders nach der letzten (nicht ersten) plötzlichen Reaktion seitens der Stadt, wieder unangekündigt die Schlösser tauschen zu lassen und nachdem diplomatisch formulierte, vorsichtige interne Anfragen und verschiedenste Treffen scheinbar zu keinerlei positiver Veränderung geführt haben, sehen wir uns als Teil des Gemeinderates gezwungen, die Angelegenheit nun selbst öffentlich anzusprechen.

Das Verschwörhaus ist kein reiner Spielplatz für wenige Nerds, es ist ein wertvoller Raum der Innovationen und Ideen zulässt und wachsen lässt – Digitalisierung für alle greifbar macht. Dazu haben sich in den letzten Jahren unter dem Dach des Hauses und überwiegend organisiert von einem ehrenamtlichen Kernteam viele weitere verschiedene Gruppen und Initiativen angesiedelt. So ein Ort steht unserer Stadt gut zu Gesicht und bringt ihr ein sehr positives Image, nicht nur im näheren Umkreis, sondern sogar deutschlandweit ein. Wir erhalten Reaktion aus Städten wie Berlin und Hamburg, in denen das Verschwörhaus ebenfalls ein (positiver) Begriff ist. Der Verein hat stets nach Kräften an den gemeinsam vereinbarten Zielen gearbeitet. Dass nicht permanent Veranstaltungen im ursprünglichen gedachten Umfang möglich waren, ist nicht dem Verein negativ anzulasten, sondern war pandemiebedingt.

Es ist dabei völlig richtig, auf die Beschlusslage des Gemeinderates in der GD 234/20 hinzuweisen:

„Kernelement der Einbindung der Ehrenamtlichen ist, dass sie das Haus als etwas von ihnen selbst Gestaltbares wahrnehmen, auf das sie aktiv Einfluss nehmen können. Analog zum Stufenmodell der Beteiligung nach Arnstein sind eine reine Anhörung oder auch Einbeziehung der Wünsche und Bedürfnisse der Freiwilligen keine ausreichenden Partizipationsmodelle. Stattdessen ist es unumgänglich, Selbstverwaltungsstrukturen mit mindestens teilweiser Entscheidungskompetenz zu entwickeln. […] 2019 wurde außerdem als bereits seit längerem geplanter Meilenstein (vgl. GD 125/17) ein gemeinnütziger Verein gegründet, in dem sich die Ehrenamtlichen organisieren.“

Die Stadt sollte hierbei rein unterstützend aktiv sein, was sie zu Anfang auch war. Es ist nicht sinnvoll, seitens der Stadt kleinteilige Regelungen erzwingen und in die Detailplanung selbst eingreifen, ja geradezu vereinnahmen zu wollen. Und schon gar nicht, die Aktivitäten des Verschwörhauses einer städtischen Abteilungsplanung unterordnen zu wollen, was dann auch tatsächlich als übergriffig empfunden wurde. Dies widerspricht dem ursprünglichen Ansatz. So kann keine freie Community wachsen und gedeihen, also genau das, auf das wir doch so stolz waren und gerne wieder wären.

Wir verzichten auf die Auflistung aller Kernprobleme und einzelnen Eskalationen und insbesondere auf die Nennung von Namen. Wir haben uns intensiv mit der Thematik befasst. Zudem liegt uns eine detaillierte Stellungnahme des Vereins vor. Wir bedauern es sehr, mitansehen zu müssen, wie sich das Verhältnis im Vergleich zum Anfang verschlechtert hat.

Uns ist wichtig, zu einer offenen und transparenten Kommunikation und Information zurückzukehren. Nach den Geschehnissen der letzten Monate halten wir eine zeitnahe, detaillierte öffentliche Aufarbeitung und Debatte für unumgänglich. Auch um die Wahrnehmung der Stadt Ulm in der Bürgerschaft und im Civic-Tech-Bereich wieder verbessern und positiv belegen zu können. Wir sind besser als das Bild, das wir aktuell abgeben. Und das Projekt Verschwörhaus war und ist es wert. Wir hoffen, einen Dialog anzustoßen, der zu einer neuen Art der Zusammenarbeit anregt. Miteinander, auf Augenhöhe und voller Respekt für die Bedürfnisse der jeweiligen Gegenüber.

ÖPNV-Preise attraktiver machen!

ÖPNV-Preise attraktiver machen!

polis

Die Preisgestaltung im ÖPNV muss flexibler werden: attraktive ÖPNV-Preise

Um eine Verkehrswende zu erreichen, müssen wir damit beginnen, die Angebote für ÖPNV-Nutzer:innen auch über die Ticketpreisgestaltung noch interessanter und attraktiver zu machen. Wir bleiben bei der Auffassung, dass ein Kurzstreckenticket für Ulm unabdingbar ist und eingeführt werden sollte. Zahlreiche vergleichbare Städte, auch in Baden-Württemberg, haben ein solches Ticket bereits erfolgreich umgesetzt.

Gleichzeitig kann im Zuge der Digitalisierung ein „Best-Price-Ticket“ neue attraktive Tarifformen ermöglichen: am Monatsende wird den Nutzer:innen beispielsweise über eine App die günstigste Variante für ihre tatsächlich gefahrenen Strecke berechnet. Auch diese Variante wird bereits erfolgreich in anderen Städten praktiziert.

Bei allen Vorzügen, welche die Digitalisierung eröffnet, dürfen wir bei einer möglichen Neugestaltung der Ticketpreise allerdings die Barrierefreiheit der Angebote jedoch nicht außer Acht lassen.

Wir beantragen deshalb die Einführung eines Kurzstreckentickets und eines „Best-Price-Tickets“ und bitten darum, alle nötigen Voraussetzungen hierfür zu schaffen.

Alles Gute, Ivo!

Alles Gute, Ivo!

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Herzlichen Glückwunsch, lieber Ivo Gönner!

Ivo Gönner wird heute 70 Jahre alt. Er kam Anfang der 1970er nach Ulm, um beim ASB seinen Zivildienst abzuleisten. 1972, vor 50 Jahren, trat er in die SPD ein. Nach seinem Jura-Studium in Heidelberg kam er 1978 zurück nach Ulm. 1980 wurde er erstmals für die SPD in den Gemeinderat gewählt, 1985 bis 1992 war er Fraktionsvorsitzender. 1983 kandidierte er erstmals als Oberbürgermeister, bei der OB-Wahl 1992 wurde er zum ersten Mal als Oberbürgermeister gewählt und blieb dies 24 Jahre lang.

Ivo reihte sich mit seiner herzlichen und verbindlichen Art in die Reihe herausragender Bürgermeister wie Christian Ude in München, Jockel Fuchs in Mainz oder Manfred Rommel in Stuttgart ein. Ivo hat immer für alle ein freundliches Wort. Man muss ihn schon sehr reizen, um es sich mit ihm zu verscherzen. Auch sechs Jahre nach seinem Ausscheiden als OB lieben ihn die Ulmerinnen und Ulmer immer noch. Als Oberbürgermeister war er ein einzigartiger Glücksfall für Ulm.

Zu seinem 70. Geburtstag und seinem 50. Parteijubiläum gratulieren wir ihm sehr herzlich und wünschen ihm alles erdenklich Gute!