Digitale Schulbildung verbessern

Digitale Schulbildung verbessern

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Mit dem Programm „Calliope“ können Kinder spielerisch lernen. Stadträte fordern für Ulmer Schulen ein Pilotprojekt.

Die SPD-Fraktion fordert die Stadt auf, ein Pilotprojekt an Ulmer Schulen zu starten: Calliope, ein vom Bundeswirtschaftsministerium unterstütztes Programm, ermögliche Schulkindern ab der dritten Klasse einen spielerischen Zugang zur digitalen Welt. „Wir sind verantwortlich dafür, dass unsere Kinder an den Schulen das nötige Rüstzeug bekommen, um souverän mit der Digitalisierung umgehen zu können“, wird Stadtrat Georgios Giannopoulos in einer Pressemitteilung der Fraktion zitiert.

Im internationalen Vergleich liege Deutschland bei der digitalen Bildung und der Ausstattung zurück, schreibt die SPD. Deswegen müsse man Kinder und Jugendliche möglichst früh spielerisch auf die digitale Welt vorbereiten und ihnen den Zugang zu digitaler Technik, zum Programmieren und Entwickeln ermöglichen, „damit sie von Konsumenten des Digitalen zu kreativen Machern werden können“. Calliope eigne sich dazu, Kindern ein Verständnis von elektronischen Schaltungen, moderner Sensorik und Programmierung zu vermitteln und könne im Rahmen eines Informatikcurriculums, aber auch zur Unterstützung von bestehenden Unterrichtsinhalten wie im Sachkundeunterricht verwendet werden, schreibt die SPD.

Quelle: SWP

Auf dem Weg zur Digital-City

Auf dem Weg zur Digital-City

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Der Rat gibt den Startschuss Richtung Zukunft: Öffentliches Wlan soll in Ulm in den kommenden Jahren ausgebaut werden, Projekte von E-Mobilität bis Verschwörhaus sollen gestärkt werden.

Wo steht Ulm im Jahr 2030? Wie kann die Stadt mit den Entwicklungen in Berlin, München oder Hamburg mithalten? Und womit als Standort für Wirtschaft und Fachkräfte attraktiv bleiben? OB Gunter Czisch legte die Hürden im Gemeinderat am Mittwochabend hoch – und die Stadtpolitik ging engagiert mit. Mehr als zwei Stunden erörterte der Rat die Facetten der Digitalisierung. Am Ende stand ein einstimmiges Votum für einen Weg zum Masterplan Digital City.

Wichtigster Punkt: Es wird einen neuen Ausschuss geben, der mit regelmäßigen Sitzungen die Digitalisierungsschritte politisch und fachlich begleitet. Zudem wird die Stelle „Ulm 2.0“, die vom städtischen Digitalisierungsbeauftragten Christian Geiger geführt wird, aufgewertet und zur Geschäftsstelle „Digitale Agenda“ mit zusätzlichen Stellen. OB Czisch sagte mit Blick auf die notwendige Vernetzung der Geschäftsstelle mit SWU, der Uni, den Hochschulen und den Unternehmen: „Wir brauchen künftig viele Geigers.“ Geiger zu den Plänen der Stadt:

  • Die positive Resonanz des Verschwörhauses ausbauen. Im April kommt eine Ausstellung zu „Fake News“, Ende des Jahres eine Schau über Cyberkriminalität.
  • Digitale Mobilität weiter voranbringen
  • Das Projekt „DA Space“, in dem sieben Partner aus Ländern entlang der Donau zusammenarbeiten, ausbauen
  • Die „Ullm Stories“ entwickeln
  • Das öffentliche Wlan in Ulm ausbauen. Monatlich gehen rund 35 000 Nutzer online, am meisten genutzt werden die Standorte Bahnhof und Stadthaus/Münsterplatz.  Auch in der Friedrichsau, am Karlsplatz und im Donaustadion soll es künftig freien Empfang geben. Christian Geiger: „Das Netz hat in den vergangenen Monaten seine Feuertaufe bestanden.“

Für die Grünen mahnte Michael Joukov, nicht alles Digitale automatisch finanziell zu fördern: „Wir müssen die Scheine zusammenhalten.“ Angesichts eines neu konzipierten „Innovationspreises“ wollen die Grünen eine Übersicht über alle bestehenden Preise in Ulm,  um dann neu zu sortieren.

Georgios Giannopoulos von der SPD kritisierte den Überblick als „vage und mutlos“, wollte damit aber Mut machen. „Wir müssen den Zug mehr antreiben!“

FWG-Chef Reinhold Eichhorn verglich Ulm mit digitalen Musterstädten in Südkorea und auf der arabischen Halbinsel und stellte fest: „Ich bin positiv überrascht, was wir in Ulm schon auf die Beine gestellt haben.“ Aber man müsse auch an die Bürgerschaft denken, sagte er mit Blick auf seine Kollegin: „Wir müssen auch Frau Malischewski überzeugen, dass das notwendig ist.“

Erik Wischmann (FDP) goss ein wenig Wasser in den Wein . Mit Blick auf US-Riesen wie Google und Facebook sagte er: „Die Rahmenbedingungen müssen stimmen, um Kreative anzuziehen.“

Und für die CDU begrüßte Wolfgang Schmauder das Engagement bei E-Mobilität und die innovativen Ideen der SWU. Dem Grünen Richard Böker blieb angesichts des bunten digitalen Straußes das Schlusswort: „Wir sollten nicht vergessen: Es gibt ein Recht auf eine analoge Welt!“

Quelle: SWP

Notruf flexibler und schneller absetzen

Notruf flexibler und schneller absetzen

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Welche Möglichkeiten gibt es, über Smartphone-Apps von offiziellen Institutionen Notrufe zu übermitteln? Haben die Behörden die Möglichkeit, den Standort des Anrufers automatisch zu orten, nachdem eine Zustimmung des Anrufers vorliegt? Das wollen die SPD-Stadträte Katja Adler und Georgios Giannopoulos von Oberbürgermeister Gunter Czisch wissen. Die Landespolizei werde sukzessive ihren Auftritt in sozialen Medien wie Facebook und Twitter ausbauen. Dazu die Frage in dem SPD-Antrag: Welche Überlegungen stellt die Stadt hier an, offizielle Mitteilungen in Kooperation mit der Polizei zu verbreiten?

„Im Zuge der Digitalisierung unserer Gesellschaft wünschen wir uns eine Erweiterung des Notrufs“, heißt es weiter. Smartphones böten die Möglichkeit, einen Notruf schneller abzusetzen und dabei wichtige Informationen wie Standort und Sender automatisiert mitzuteilen. Die Ulmer Feuerwehr solle ein System entwickeln. „Die Leitstelle könnte doch eine Nachricht mittels kurzer Nachricht quittieren oder direkt wieder zurückrufen.“ Auch für gehörlose Menschen wäre ein Notruf per Nachricht eine gute Ergänzung zum bereits bestehenden Notruf-Fax. Möglichkeiten sollen im Zuge der Digitalen Agenda ausgelotet werden.

Quelle: SWP – Carolin Stüwe

Digitalisierung: Ulmer Gemeinderat sieht neue Mammutaufgabe vor sich

Digitalisierung: Ulmer Gemeinderat sieht neue Mammutaufgabe vor sich

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Digitalisierung: Die Ulmer Rathausparteien sind sich einig, dass dies das Thema der Zukunft ist. Was aber ist zu tun, um sich darauf vorzubereiten? Eine Debatte.

Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung auf so gut wie alle Lebensbereiche der Ulmer? Was kommt da auf sie zu auf den Feldern Gesundheit/Demografie, Mobilität/Energie, Wirtschaft/Arbeit, Bildung/Forschung, Gesellschaft/Politik, Freizeit/Kultur/Soziales?

Breite Übereinstimmung herrscht im Gemeinderat, dass sich die Stadtpolitik dringend den Fragen und Auswirkungen der Digitalisierung auf Stadtleben und -entwicklung widmen muss. „Da steht uns eine Mammutaufgabe bevor“, sagt Erik Wischmann (FDP) voraus. „Und die wird viel Geld kosten“, orakelt Reinhold Eichhorn (FWG).

Alle Fraktionen betrachten es als eine ihrer vorrangigen Aufgaben, sich auf kommunaler Ebene den Herausforderungen zu stellen. Und dies unabhängig davon, wie gut Ulm im Bundeswettbewerb des Bildungs- und Forschungsministeriums „Zukunftsstadt“ abschneidet. Wie berichtet, hat der Gemeinderat dem städtischen IT- und Digitalisierungsbeauftragten Christian Geiger zwar mit auf den Weg gegeben, alles zu unternehmen, um im Wettbewerb nun die zweite und am besten dann auch die dritte und damit finale Runde zu erreichen.

Deutlich wurde aber auch, dass der Wettbewerb allenfalls eines von vielen Mitteln zum Zweck sein kann, sich darin die Herausforderungen aber keineswegs erschöpfen. Immerhin aber: Der erste Dialog-Prozess, der über sechs Monate hinweg an acht Veranstaltungen mit Bürgern und Experten geführt worden war, hat eben nicht nur die eingangs erwähnten sechs Themenfelder eingekreist. Er hat, berichtet Geiger, auch auf diesem Feld aktive Akteure aus der Wissenschaftsstadt und der Zivilgesellschaft zusammengeführt.

Ohnehin besteht für Oberbürgermeister Gunter Czisch im Schaffen solcher Vernetzungen eine zentrale kommunale Aufgabe. Immer wieder, jetzt im Gemeinderat gleich mehrfach, nimmt der OB den Begriff Klammerfunktion in den Mund. Ein erste solche Klammer für lokale IT- und Digitalisierungsinitiativen richtet die Stadt am Weinhof mit dem Stadtlabor ein.

Im Übrigen glaubt Czisch, dass die Digitalisierung auch Antworten liefert auf Fragen wie die nach den richtigen Geschäftsmodellen für die finanziell angeschlagenen Stadtwerke. Wie muss eine sichere regionale Energieversorgung organisiert sein? Wie bewegen sich die Menschen künftig vorwärts und welche Rolle nehmen die Verkehrsbetriebe in diesem Mobilitätsverhalten sein?

Im Gemeinderat sitzen IT- Experten wie Wischmann, Georgios Giannopoulos (SPD) oder Thomas Kienle (CDU). Giannopoulos vermisst bei den kommunalen Digitalisierungsaktivitäten einen „philosophischen Überbau“, der sich mit mehr befasst, als technologischen Möglichkeiten, nämlich auch mit Wirkungen und Auswirkungen. Also mit der Technikfolgenabschätzung, wie Richard Böger (Grüne) sagt. Er sieht Defizite in Fragestellungen wie der von Telearbeitsplätzen („Home-Office“) und plädiert für eine stärkere Betonung des Datenschutz-Aspektes.

Die SPD wird einen „Masterplan digitales Ulm“ beantragen, wie Giannopoulos ankündigt. Darin sollte, meint Fraktionschefin Dorothee Kühne, der Blick auch auf ein verstärktes Heranführen von Schülern in die digitale Welt gerichtet werden. „In Großbritannien werden schon Erstklässler unterrichtet. Dabei geht es nicht um Bedienung, sondern um Verständnis.“

Einen Masterplan wiederum hält Thomas Kienle nicht unbedingt für notwendig. Er glaubt, ein punktuelles und projektbezogenes Vorgehen sei zielführender. „Wenn wir aus den sechs Themenfeldern heraus zwei Reallabore entwickeln und die mit Geld unterlegen, bringt uns das wirklich voran.“

Wischmann schließlich holt die Diskussion auf den harten Boden der Realität zurück. „Wir reden viel über Ulm 2.0. Wir sollten aber auch um Ulm 1.0 nicht vernachlässigen, nänlich die Website der Stadt. Die ist grauslig.“

Quelle: SWP – hut

Die neue Welt der Lokalpolitik

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Früher war alles besser? Keine Ahnung. Später jedenfalls wird alles anders. Davon ist man im Ulmer Rathaus überzeugt. Deswegen bereitet sich die Stadtverwaltung darauf schon mal mit einer Internetoffensive vor.

czischpcDie Verunsicherung ist groß. Welche Rolle spielt der Gemeinderat noch, wenn politische Themen künftig stärker im Internet verhandelt werden? Darum ging es kürzlich im Ulmer Hauptausschuss bei einer Annäherung an das Web 2.0. So heißt das Zauberwort, das die Fortentwicklung des Internets von einer Abrufmaschine hin zum interaktiven Medium beschreibt, mit gravierenden Auswirkungen auf das öffentliche Leben und insbesondere auf das kommunalpolitische, Stichwort: Facebook, Twitter und Co.

Web 2.o als Chance für mehr kommunale Demokratie

Bürgermeister Gunter Czisch ist von der Macht dieser Entwicklung derart überzeugt, dass er inständig dafür wirbt, dabei nicht die Zukunft zu verschlafen. So müsse die Stadt schnell in die so genannten sozialen Netzwerke einsteigen. Die junge Generation sei mit städtischen Themen überhaupt nur noch über das Internet zu erreichen. Also: „Als Standortfaktor einer Stadt ist das eine ganz wichtige Geschichte.“

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