Die Stadträte Martin Ansbacher (SPD) und Reinhold Eichhorn (FWG) machen jetzt Ernst in Sachen eines Bürgerzentrums für Söflingen. Hintergrund: Anders als andere Ulmer Stadtteile hat die Vorstadt kein solches Stadtteilzentrum.
“Wir setzen uns für die Errichtung eines Bürgerzentrums in Söflingen ein”, schreiben Eichhorn und Ansbacher, der zugleich Vorsitzender des Vorstadtvereins Söflingen ist, an Oberbürgermeister Ivo Gönner. Anbieten dafür würde sich das alte und größtenteils leerstehende Grundschulgebäude im Klosterhof neben dem Forsthaus. “Da die Räumlichkeiten hierfür vorhanden sind, würde sich der Aufwand auch in finanzieller Hinsicht überaus überschaubar halten.”
Der Bedarf sei ohne Zweifel gegeben, heißt es in diesem fraktionsübergreifenden Antrag weiter. Es gebe in Söflingen zwar eine überaus aktive Bürgerschaft und zahlreiche aktive Vereine mit verschiedensten Aktivitäten, dafür fehle es allerdings an einem zentralen öffentlichen Veranstaltungsort und Treffpunkt, der auch inhaltlich die vielfältigen Funktionen eines Bürgerzentrums erfüllen würde. So könne es von örtlichen Schulen ebenso wie von Vereinen, Institutionen und Privatpersonen genutzt werden und dabei Kursen, Tagungen und Feiern offenstehen. Einrichtung und Organisation sollten im Austausch der Bürgerschaft – “vertreten durch den Vorstadtverein” – entwickelt werden.
Ein schöneres Wetter hätten sich die Söflinger für ihr Kirchweihfest nicht wünschen können. Die Sonne lachte über dem Klosterhof. Auch der verkaufsoffene Sonntag fand regen Zuspruch.
Ein Augenschmaus, der besonders Touristen beim Söflinger Kirchweihfest die Kameras zücken ließ: Doch die Frauen und Männer, die sich am Samstagnachmittag vor der katholischen Pfarrkirche in Dirndln, beziehungsweise Lederhosen und bunten Westen trafen, feiert ihr eigenes Fest. Die Neu-Ulmerin Susanne van Dejk, Mitglied im Söflinger Zitherverein, und Justin van Dejk aus Detroit in den USA schlossen in dem Gotteshaus ihren Bund fürs Leben. Die Hochzeitsgäste waren dem Wunsch des Paares gefolgt und in Trachten zur Trauung erscheinen.Während sich der Brautzug also in Richtung Gotteshaus bewegte, herrschte im Forsthaus bereits reges Leben. Die drei darin beheimatenen Vereine, der VdK im Erdgeschoss, der Liederkranz im Stockwerk darüber und der Musikverein Söflingen/Stadtkapelle Ulm unterm Dach, hatten ihre Vereinsräume wieder in Besenwirtschaften verwandelt. Deftiges wie Blut- und Leberwurst, Kassler mit Sauerkraut, Vesper-, Wurst- und Käseteller oder hausgemachte Gulaschsuppe wurde aufgetischt. Selbstverständlich auch jede Menge Kuchen, den die Vereinsfrauen selbst gebacken hatten. Für musikalische Unterhaltung kamen Mitglieder des Musikvereins auf. Nachmittags bis in die frühen Abendstunden hinein spielte eine neunköpfige Blechbläser-Kapelle auf. Anschließend gab’s Alpenländisches, präsentiert von den fünf „Oberkrainern“.
Ebenfalls gut bewirtet wurden alle, die – immer am Seil entlang, das vom Forsthaus aus ins Schulgebäude führte – die Räume des Krippenvereins aufsuchten. Interessanter war aber die Schnitzkunst, die Mitglieder in ihren Räumen zusammengetragen haben. Weihnachtskrippen, liebevoll ausgestattete Requisiten und Figuren bis hin zu „Zwitscherkästen“ – Nistkästen also, die ein Schnapshaus samt Gläsern in ihrem Innern verbergen. Und Helmut Reischl, der Schnitzer vom Dienst, erklärte allen, die ihn darum baten, wie man in Ansätzen Schnitzen lernt.
In Sachen Besenwirtschaft war auch das Team der Katholischen Jungen Gemeinde aktiv. Sie betreibt das Don Bosco Haus, in dem die jungen Leute am Abend Würstchen und Leberkäse auftischten, selbstgemachten Kartoffelsalat, Wurst- und Schmalzbrot. Gestern Vormittag ging es mit Weißwurstfrühstück samt Bier im Freien gleich weiter.
Am nördlichen Ende des seiner zurückhaltenden und in die Jahre gekommenen Attraktionen wegen heimelig wirkenden Rummelplatzes stand, wie jedes Jahr, das Rundzelt der D’r Sevelinger Bauza. Suser, Wein und Bier wurden für die meist im Freien sitzenden Gäste ausgeschenkt. Zu essen gab’s auch Flamm- und Zwiebelkuchen.
Der verkaufsoffene Sonntag ist wohl der älteste in Ulm. Dass die Söflinger Läden am Nachmittag des Kirchweihfestes öffnen dürfen, hatten sich die Ratsherrn der bis 1905 selbstständigen Gemeinde anlässlich der Eingemeindung nach Ulm festschreiben lassen. So standen auch gestern Nachmittag die meisten Geschäfte rings um den Gemeindeplatz offen. Glücksräder drehten sich. Rabatte zwischen 10 und 30 Prozent auf die Waren wurden gewährt; die Volksbank verschenkte sogar Sonnenhüte. Auch der Restaurant- und Hotel-Ausstatter Hogaka an der Magirus-Deutz-Straße war mit von der Partie und schenkte Kaffee und Espresso aus.
Der wertvollste Gewinn winkte aber im Bettenhaus Haarer, das gerade sein 125-jähriges Bestehen feiert. Wer das Gewicht loser Eiderdaunen – Daunen der Eiderente, die an den Küsten der Nordmeere lebt – am besten schätzte, der durfte eine Eiderdaunen-Einziehdecke im Wert von 4000 Euro mit nach Hause nehmen.
Neue Aufstellung an der Spitze des Vorstadtvereins Söflingen: Vorsitzender ist jetzt Martin Ansbacher. Mit einem Team aus alten und neuen Gesichtern ruft er zu einem wieder stärkeren Einsatz für Söflingen auf.
Neu-Stadtrat von der SPD löst Alt-Stadtrat von der CDU ab: Zuletzt schwächelte der Vorstadtverein Söflingen, weil sein Vorsitzender anderweitig gebunden war – Christof Nagel, mittlerweile Ex-Stadtrat, war als Leiter im Berliner Abgeordnetenbüro von Annette Schavan und nun ihres Nachfolgers Waldemar Westermayer kaum abkömmlich. Seit bald einem Jahr lief deshalb die Suche nach einer Nachfolge; die ist nun gleich im Paket gefunden worden und auf der Jahreshauptversammlung am Donnerstag einstimmig gewählt worden.
Es übernimmt Martin Ansbacher, im Mai neu in den Ulmer Gemeinderat gewählt. Er ist in Söflingen groß geworden und dort verbandelt mit der TSG und dem KCC und außerdem Ortsvorsitzender der SPD im Ulmer Westen. Mit ihm packen im Vorstand an: Rainer Baechelen, Georgios Giannopoulos, Hans-Dieter Eibelshäuser, Radio-Mann Marc Herrmann als Pressewart und die altbewährten Kräfte Michael Kaupper und Dorle Ehrler.
Michael Karan, der den Laden als Stellvertreter zuletzt federführend zusammenhielt, und Ansbacher betonten, dass die Söflinger Vereine wieder stärker zusammenrücken, sich besser austauschen und engagieren sollten. Ansbacher formuliert das ausdrücklich politisch: „Söflingen braucht eine Vertretung gegenüber der Stadt“, dafür soll der Vorstadtverein „mutig“ einstehen. Ziele hat das neue Team auch schon formuliert: So soll „eine Art Bürgerzentrum“ her. Außerdem will man die eigentlich gute Infrastruktur besser nutzen, vor allem mit Blick aufs Meinloh-Forum. All das soll im Gespräch mit den Vereinen, dem Handel, der Schule entwickelt werden.
Am 29. und 30. Mai 2015 wartet ein absolutes Highlight auf die Ulmerinnen und Ulmer. Der Münsterplatz wird Schauplatz des „Ulmer Oratoriums“. Ein Werk, das eigens für die Jubiläumsfeierlichkeiten von Marios Joannou Elia komponiert wird. Einen kleinen Einblick, was die Zuschauer in knapp einem Jahr erwarten wird, gab der Komponist in einem Interview, das während eines mehrtägigen Besuchs Elias in Ulm entstand.
Ein musikalisches Werk für eine Stadt oder für ein Bauwerk zu schreiben ist sicher eine große Herausforderung. Wie geht man so ein Projekt an?
Elia: Indem man ein Gefühl für die Gegebenheiten entwickelt. Ich beschäftige mich natürlich mit der Geschichte Ulms und des Ulmer Münsters, lese viel. Aber ohne eine persönliche Erfahrung, wie jetzt während meines Besuchs, wäre mir eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema nicht möglich.
Muss man das Münster sehen, um es in Musik ausdrücken zu können?
Es geht nicht nur um das Münster. Natürlich ist diese Kirche ein monumentales, beeindruckendes Bauwerk. Viel wichtiger ist aber, welche Bedeutung es für die Menschen vor Ort hat. Diese emotionalen Zusammenhänge auszudrücken, ist mein Anspruch. Und dafür ist es natürlich unerlässlich, mich, zumindest für kurze Zeit, als Teil in der Ulmer Gesellschaft zu bewegen.
Können Sie das genauer erklären?
Das Münster ist identitätsstiftend. Über verschiedene Generationen, Nationalitäten oder Glaubensrichtungen hinweg. Das haben alle Gespräche, die ich hier mit den Menschen geführt habe, gezeigt. Die Ulmer sind stolz auf ihr Münster, obwohl es die wenigsten wirklich kennen.
Wie das?
Natürlich hat wahrscheinlich jeder Bürger und jede Bürgerin das Münster schon einmal gesehen – von außen. Ich empfehle aber einen ausgedehnten Blick ins Innere. Dort befindet sich ein wahrer Kunstschatz. Exzellenz künstlerischen Schaffens, die zumindest in mir Ehrfurcht hervorruft.
Was hat Sie besonders beeindruckt?
Oh, da gibt es vieles! Ganz wunderbar fand ich die Büste von Pythagoras. Ich bewundere ihn und habe mir vor allem seinen Satz vom Gleichgewicht der Kräfte zu eigen gemacht – übertragen auf die Musik. Ihn jetzt im Ulmer Münster zu sehen, war Überraschung und Freude zugleich.
Was dürfen die Zuschauer denn im nächsten Jahr erwarten?
Mir war schnell klar, dass angesichts der Entstehungsgeschichte des Münsters als Bürgerkirche, nur ein partizipatorischer Ansatz in Frage kommen kann. Es werden deshalb einige Hundert Bürgerinnen und Bürger Ulms an den Aufführungen teilnehmen.
Und inhaltlich?
Ich hatte eingangs erwähnt, welch große Bedeutung das Münster für die Stadt und für die hier lebenden Menschen hat. Das Stück könnte eine Art „Roller-Coaster“ werden, eine emotionale Achterbahnfahrt. Wie wäre es, wenn das Münster nicht mehr da wäre? Dieses Szenario werde ich musikalisch entwerfen – um letztlich das Verbindende und Identitätsstiftende herauszuarbeiten.
Was erwartet uns musikalisch?
Es wird klassische Musik zu hören sein, wenngleich ich das Spektrum der Klänge deutlich weiter fasse als das, was man gemeinhin unter klassischer Musik versteht.
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